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07. April 2015, Finanzielle Freiheit

Teil 13: Ein Hoch auf die Spontanität

Spontanität ist auch mit Finanzplan möglich Spontan trotz Finanzplan - das widerspricht sich nicht. Foto: iStock

Für die Spontaneren unter uns sind die Artikel dieser Kolumne vermutlich ein Graus. Immer wieder ist von Planen die Rede. Spontane Menschen wollen aber nicht alles planen. Während andere sich im Planen Freiraum schaffen, empfinden sie nur schon den Gedanken daran erdrückend. Spontanität und Planung widersprechen sich eben grundlegend. Wirklich? Hier ein Vorschlag, diesen Gegensatz zu überwinden. 

Der Vorschlag kommt von unserem Kühlschrank. Meine Frau hat vor einiger Zeit eine Karte mit folgendem Spruch aufgehängt: «Spontanität will wohlüberlegt sein». Sie findet, der Spruch passt zu mir. Ich finde den Spruch hauptsächlich einfach lustig.

Spontan sein - Plan hin oder her

Das Problem ist offensichtlich: Wenn Du jeden Monat einen Plan für Deinen Lohn erstellst und jedem Franken eine Aufgabe zuteilst, dann bleibt kein Spielraum mehr für Flexibilität, Spontanität, Planänderung. «Was mach ich denn», fragte mich eine angehende Lernende kürzlich, «wenn ich das T-Shirt sehe, das ich einfach unbedingt haben muss? Dann will ich es kaufen. Plan hin oder her.» (Ich glaube, sie meinte nicht eines für fünf Franken.) Begreiflich. Wer von uns war nicht schon in einer ähnlichen Situation?

Auf der anderen Seite bleibt aber die Problematik, die hier schon oft zur Sprache kam: Ohne Planung ist das Geld schnell einfach weg und es bleibt das grosse Fragezeichen, wohin es ging. Howard Carpendale brachte es mit dem unvergesslichen «Deine Spuren im Sand, die ich gestern noch fand…» schon 1975 auf den Punkt.

Das Unmögliche möglich machen

Versuchen wir also das Unmögliche möglich zu machen, wie es der Spruch am Kühlschrank vorschlägt, nämlich das Geld im zu Griff haben, aber die Spontanität nicht zu erdrücken. Wie wäre es, wenn wir unsere Spontanität in Franken fassen? Das würde so gehen: Du erstellst Deinen monatlichen Plan, weil Du zähneknirschend festgestellt hast, dass es ohne nicht geht (siehe Teil 4 und 5 im Kasten unten). Im Plan schreibst Du auf eine leere Zeile «Spontanität». Nun überlegst Du, wie viel Geld Du diesen Monat für Spontanität verwenden willst. Die Höhe dieses Betrags kannst Du mit dem Plan herausfinden. Der Plan zeigt Dir, wieviel maximal drin liegt, damit Du mit Deinen anderen Verpflichtungen nicht in die Bredouille kommst. Je nachdem, wie wichtig Dir Spontanität ist, ist der Betrag kleiner oder grösser und schränkst Du Dich dafür bei anderen Ausgaben ein. Dann gibt's halt öfter mal Reis und Bohnen zum Znacht, dafür kannst Du guten Gewissens spontaner sein denn je!

Das Ergebnis: Deine Spontanität wird nicht erstickt und trotzdem bist Du Herr über Dein Geld und sagst ihm, was es tun soll. Sich auf den Weg zu finanzieller Freiheit zu machen, bedeutet eben auch, sein Geld so einzusetzen, wie es der eigenen Art entspricht.

 

Autor: Stefan Ochs


Stefan Ochs begleitet Menschen auf dem Weg in die finanzielle Freiheit und bietet dazu Kurse, E-Mail Lehrgänge und persönliche Beratung an. Den Weg in die finanzielle Freiheit musste er selber mühsam erlernen. Er ist verheiratet und hat zwei Teenager. Mehr auf: meingeldreicht.ch

Autor: Stefan Ochs

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