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13. November 2014, Finanzielle Freiheit

Teil 6: Der vielleicht beste Trick für Frieden mit Deinen Finanzen

Finanzielle Freiheit geniessen«Rückstellungen» - das Wort ist nicht sexy aber die Kraft dahinter umso mehr. Foto: iStock

Viele Begriffe rund um den Umgang mit Geld sind so unattraktiv, dass einem nur schon beim Aussprechen des Wortes sogleich jede Lust vergeht, sein Geld in den Griff zu bekommen. «Budget» ist zum Beispiel so ein Wort, deshalb vermeide ich es konsequent. Im heutigen Teil 6 der Kolumne geht es um ein nicht minder langweiliges Wort. Dafür ist die Schlagkraft gewaltig!

Wenn ich in meinen Beratungen von «Rückstellungen» spreche, verwandeln sich die Augen meines Gegenübers meistens in zwei grosse Fragezeichen. Das Wort ist tatsächlich alles andere als sexy. Ich habe aber leider noch kein besseres gefunden (Vorschläge willkommen). Die Idee dahinter ist jedoch äusserst wirkungsvoll, und wie bei allen meinen Tipps in dieser Kolumne ganz einfach anwendbar.

Rückstellungen funktionieren folgendermassen: Für alle wiederkehrenden Rechnungen, die nicht monatlich anfallen, legst Du jeden Monat ein bisschen etwas dafür beiseite. Wenn dann die Rechnung im Briefkasten liegt, dann hast Du den erforderlichen Betrag bereits zusammen und bekommst keine Bauchkrämpfe, weil Dir die Rechnung den ganzen Monat vermiest.

Beispiele von unregelmässigen Rechnungen sind: das ÖV Jahresabo, der Jahresbeitrag vom Sportverein, die halbjährliche Musikschulrechnung vom Junior, die vierteljährliche Stromrechnung, das vierteljährliche Fitnessabo und so weiter.

Die Rechnungen auf den Radarschirm bringen

Das Problem mit diesen Rechnungen ist, dass sie einem den ganzen Monat kaputtmachen können. Da hat man für einmal das Gefühl, es werde diesen Monat mit den Finanzen zur Abwechslung ganz gut, da landet doch genau dann völlig unerwartet eine solche Rechnung im Briefkasten und wieder wird es ein finanzieller Leidensmonat! Solche Situationen werden eliminiert, wenn Du Dir Rückstellungen einrichtest.

Die Rückstellungen verwaltest Du am Besten auf einem separaten Konto. Dieses Rückstellungskonto dient dem alleinigen Zweck, Geld anzusammeln für den Zeitpunkt, bis eine dieser «gefürchteten» Rechnung eintrifft.

So entfaltet das Rückstellungskonto seine Kraft

Jeden Monat, wenn Du den Monatsplan erstellst, berücksichtigst Du darin den Betrag für die Rückstellungen und verschiebst diesen Betrag auf das Rückstellungskonto. Aber wie hoch ist dieser Betrag? Gute Frage. Es gibt eine etwas mühsame schnelle Methode und es gibt eine einfache Methode. Ich beschränke mich auf die einfache: Jedesmal, wenn Du eine nicht monatlich wiederkehrende Rechnung bezahlst, rechnest Du die monatliche Rate aus. Beispiel: Die halbjährliche Musikschulrechnung ist 420 Franken, demzufolge ist die monatliche Höhe 70 Franken (420 geteilt durch 6). Du legst also in Zukunft jeden Monat 70 Franken aufs Rückstellungskonto. Wenn die nächste Musikschulrechnung fällig wird, begleichst Du die ganze Rechnung vom Rückstellungskonto. Dort liegen die gesamten 420 Franken schon bereit. Sobald eine weitere unregelmässige Rechnung dazu kommt (z.B. die vierteljährliche Stromrechnung), berechnest Du wieder die monatliche Höhe der Rechnung und erhöhst Deinen monatlichen Übertrag auf das Rückstellungskonto entsprechend. Nach einem Jahr kennst Du alle periodisch wiederkehrenden Rechnungen und weisst, wieviel Du monatlich dafür aufs Rückstellungskonto überweisen musst.

Mit den Rückstellungen kommt sehr viel Frieden in Deine Finanzen. Die grossen Schwankungen deiner monatlichen Rechnungen verschwinden. Der Betrag für die Rechnungen ist jeden Monat ähnlich hoch. Das wirkt sich positiv auf die Stimmungslage aus. Rückstellungen sind eine höchst erfreuliche Sache. Das Wort als solches aber bleibt total unattraktiv. Leider.

Der Weg zu finanziellen Freiheit

Diese Kolumne ist eine Anleitung, wie man sich auf den Weg zu finanzieller Freiheit machen und schrittweise sein Geld in den Griff bekommen kann. Bisher besprochen:

  1. Kannst du dir finanzielle Freiheit leisten?
  2. Entscheide dich, die Kontrolle zu übernehmen.
  3. Der erste Grundsatz im Umgang mit Geld: Gib nicht mehr aus, als Du hast
  4. Der zweite Grundsatz: Plane deine Ausgaben
  5. Den Plan erfolgreich umsetzen
Autor: Stefan Ochs

Stefan Ochs begleitet Menschen auf dem Weg in die finanzielle Freiheit und bietet dazu Kurse, E-Mail Lehrgänge und persönliche Beratung an. Den Weg in die finanzielle Freiheit musste er selber mühsam erlernen. Er ist verheiratet mit einer attraktiven Bündnerin und hat zwei Teenager, die die all-inclusive Buchung im Hotel Mama aufs Vollste auskosten. Mehr auf: meingeldreicht.ch

Autor: Stefan Ochs

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