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09. Juni 2015, Finanzielle Freiheit

Teil 18: Der erste Meilenstein: 1'000 Franken

San Diego Auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten läuft nichts ohne Geld.

Frisch verheiratet machten Jacqueline und ich uns damals für vier Monate auf nach Amerika. Wir hatten eine tolle Zeit. Unser Erspartes reichte präzise bis zum Schluss. Als wir nach vier herrlichen Monaten zurück in die Schweiz kamen, waren wir sehr glücklich. Und pleite. Aber glücklich pleite. Bis das Telefon klingelte.

Am anderen Ende der Leitung waren die Vermieter unserer Wohnung in Amerika. Da war noch eine offene Rechnung von 500 Franken zu bezahlen für irgendetwas. Wie erwähnt waren wir im Moment nicht gerade flüssig. Höflich wie immer sagte ich, dass wir die Rechnung gerne Ende Monat bezahlen würden, gleich nach Erhalt des Lohns. Damit waren die Vermieter aber ganz und gar nicht einverstanden. "Jetzt wollen wir das Geld, sofort!", schnarrte es durch die gute alte Festnetzleitung. Etwas anderes gab es damals noch nicht. Wir hatten sogar noch einen an die Wand montierten massiven schwarzen Apparat (aber das ist in dieser Geschichte Nebensache).

Schulden machen rot vor Scham

Ich hätte einfach ganz höflich "Ja ist gut" sagen und mich erst in zwei Wochen wieder melden können, aber so unverfroren war ich nicht, es wäre mir nicht einmal in den Sinn gekommen. Stattdessen wurde ich rot vor Scham über mich und vor Wut über die sturen Vermieter. 

Die einzige Lösung, die uns kam, war, beim Schwiegervater anzuklopfen und um ein Darlehen von 500 Franken zu betteln. Es war demütigend. Er gab es uns ohne Wenn und Aber. Ein lieber Mensch. Wütend bezahlte ich die Rechnung dem Vermieter, und wir haben sie nie mehr gesehen. 

1'000 Franken für Notfälle. Wirkliche Notfälle.

Jetzt zum Lehrteil des heutigen Artikels: Auf dem Weg zu finanzieller Freiheit kann man nicht von einem Tag auf den anderen seine ganzen Finanzen in Ordnung bringen. Es geht Schritt für Schritt vorwärts. Aber in welche Richtung geht es, woran orientiert man sich? Ich habe sechs Meilensteine dafür eingerichtet. 

In der ersten Etappe geht es darum, 1'000 Franken zu sparen. Diese 1'000 Franken werden auf einem separaten Konto, dem Notfallkonto angespart. Das Geld da drauf ist tabu. Es ist nur für Notfälle gedacht. Kein Bier im Kühlschrank ist kein Notfall. Kein Geld fürs Kino ist kein Notfall. Das Handy aufladen ist kein Notfall. Auch die schicke um 50% herabgesetzte Bluse ist kein Notfall. 

Aber die Amerika-Rechnung zu bezahlen, das wäre ein Notfall gewesen. Es wäre so angenehm und so souverän gewesen, wenn wir damals ein Notfallkonto mit 1'000 Franken drauf gehabt hätten. Es hätte uns vor der Demütigung bewahrt, meinen Schwiegervater um Geld anzupumpen. 

Es ist unerlässlich, Geld für Notfälle auf der Seite zu haben. Der Anfang dazu sind diese 1'000 Franken. Das ist der erste Meilenstein, den es anzupeilen gilt. Es ist egal, wie viel oder wenig Geld Du monatlich auf das Notfallkonto einzahlen kannst. Hauptsache ist, dass Du jetzt damit beginnst und nicht aufhörst, bis das Geld beisammen und damit der erste Meilenstein erreicht ist. Auf die weiteren Meilensteine kommen wir in den nächsten Artikeln zu sprechen.

 

Der Weg zu finanziellen Freiheit

Diese Kolumne ist eine Anleitung, wie man sich auf den Weg zu finanzieller Freiheit machen und schrittweise sein Geld in den Griff bekommen kann. Die Artikel bauen auf einander auf. Die bisher besprochenen Themen findest Du hier.

Autor: Stefan Ochs


Stefan Ochs begleitet Menschen auf dem Weg in die finanzielle Freiheit und bietet dazu Kurse, E-Mail Lehrgänge und persönliche Beratung an. Den Weg in die finanzielle Freiheit musste er selber mühsam erlernen. Er ist verheiratet und hat zwei Teenager, die auf Markenartikel abfahren und glauben, ihr Vater sei unendlich reich. Mehr auf: meingeldreicht.ch

Autor: Stefan Ochs

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  • Teil 18: Der erste Meilenstein: 1'000 Franken
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