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30. Juni 2015, Finanzielle Freiheit

Teil 19: Acht Tipps zum ersten Meilenstein

1000 Franken sparenIn einem Jahr 1'000 Franken sparen. Foto: iStock

Als meine beiden Jungs ins Teenageralter kamen, wurde es mir zusehends unwohler dabei, dass sich beide mit Krafttraining Six-Packs antrainierten, während ich nicht einmal eine Handvoll Liegestützen zustande brachte. Trotz des Unwohlseins konnte ich mich nicht überwinden, aktiv zu werden. Bis ich den entscheidenden Tipp erhielt. 

Der Tipp ging so: Lege dir die Messlatte so tief, dass es unmöglich ist, Nein zu sagen. Dann erhöhe sie langsam und stetig. Zwanzig Liegestützen waren für mich eine Unmöglichkeit, ich war einfach nicht fit genug. Aber eine einzige Liegestütz, das lag im Bereich des Möglichen. Das war sogar für mich so leicht, dass es unmöglich war, Nein zu sagen. Ich begann also mit einer Liegestütz, ich schaffte sie und hatte mein erstes Erfolgserlebnis. Am Tag darauf stemmte ich zwei Liegestützen. Auch das ein Erfolg! Wiederum am Tag darauf eine mehr, also drei Liegestützen. Das war schon schwieriger, aber ich schaffte auch das. Wiederum ein Erfolgserlebnis. Ab fünf Liegestützen dehnte ich die Erhöhungsschritte über mehrere Tage aus. Und - kaum zu glauben, nach ein paar Wochen schaffte ich 20, dann sogar 25 Liegestützen am Stück. Was vor ein paar Wochen noch buchstäblich unmöglich gewesen war, ist jetzt Realität. 

Bei diesen Tipps kann man unmöglich Nein sagen kann 

Der erste Meilenstein unterwegs zu finanzieller Freiheit besteht darin, 1'000 Franken für Notfälle zu sparen (siehe Teil 18). Vielleicht bist Du in einer Situation, in der Dir das unmöglich erscheint. Da gibt's nur eines: Messlatte tief ansetzen und das Unmögliche wahr werden lassen! Und so geht's:  
 
1. Bei jedem Einkauf 1 Franken beiseite legen. Jeweils Ende Monat die gesparte Summe von geschätzten 15 Franken aufs Notfallkonto einzahlen.

2. Das Handyabo zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Jeweils Ende Monat die gesparte Summe (sagen wir ganz vorsichtig 5 Franken pro Monat) aufs Notfallkonto einzahlen.

3. Das Fitnessabo künden und den Vita-Parcours neu entdecken. Das teure Fitnessabo ist nicht nötig. Die Szenerie der Natur ist faszinierend. Die eingesparte Abogebühr von 400 Franken aufs Notfallkonto einzahlen.

4. Ein Jahr lang nicht ins Kino gehen, sondern Filme in der Bibliothek ausleihen. Das Jahresabo kostet fast nichts, Filme, CDs, Hörbücher, Comics, Reiseführer, Romane, Sachbücher und Zeitschriften alles inbegriffen. Den symbolischen Betrag von 10 Franken pro Monat für die eingesparten Kinotickets aufs Notfallkonto einzahlen.

5. Ein Jahr lang nicht auswärts essen gehen, stattdessen Kochbücher in der Bibliothek ausleihen und Zuhause Kochevents veranstalten - mit dem Partner, mit den Kindern, mit Freunden. Dann den Kindern 5 Franken für den Abwasch geben. Ergibt 20 Franken pro Monat fürs Notfallkonto. 

6. Zur Bank mit den tiefsten Kontogebühren wechseln. Die monatliche Einsparung ist schwer zu schätzen, sagen wir mal 5 Franken.

7. Fleischeslust eingrenzen und ein- bis zweimal pro Monat bewusst auf Fleisch verzichten zugunsten eines bunten Salattellers. Ist gesund und gibt monatlich mindestens 10 Franken fürs Notfallkonto.

8. Die Wohnung durchstöbern und alles Verkaufbare auf Ricardo verkaufen. Seien wir mal ganz bescheiden und schätzen 80 Franken fürs Notfallkonto.

Bei welchem von diesen Tipps ist die Messlatte so tief, dass Du unmöglich Nein dazu sagen kannst? Fange mit diesem Tipp an! Dann nimm nach und nach einen weiteren dazu. Das funktioniert genauso gut wie mit den Liegestützen. Es ist realistisch, dass Du heute in einem Jahr 1'000 Franken auf Deinem Notfallkonto hast! Dann ist der erste Meilenstein geschafft. Im nächsten Teil geht's zum zweiten Meilenstein.

 

Der Weg zu finanziellen Freiheit

Diese Kolumne ist eine Anleitung, wie man sich auf den Weg zu finanzieller Freiheit machen und schrittweise sein Geld in den Griff bekommen kann. Die Artikel bauen auf einander auf. Die bisher besprochenen Themen findest Du hier.

Autor: Stefan Ochs


Stefan Ochs begleitet Menschen auf dem Weg in die finanzielle Freiheit und bietet dazu Kurse, E-Mail Lehrgänge und persönliche Beratung an. Den Weg in die finanzielle Freiheit musste er selber mühsam erlernen. Er ist verheiratet und hat zwei Teenager, die auf Markenartikel abfahren und glauben, ihr Vater sei unendlich reich. Mehr auf: meingeldreicht.ch

Autor: Stefan Ochs

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