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24. März 2015, Banking

Gemeinsames Konto: wem gehört das Geld?

Privatkonto oder Compte-Joint Bei der Eröffnung eines gemeinsamen Sparkontos sollte auch die Frage gestellt wird, wem das Geld etwa im Streitfall gehört. Foto: iStock

Wenn Sie in einer Partnerschaft Ihre Finanzen auf einem gemeinsamen Konto verwalten, sollten Sie nicht vergessen sich auch ein paar ungemütliche Fragen zu stellen: wem gehört das Geld im Streitfall?

In einer Partnerschaft muss auch das Thema «Finanzen» früher oder später gemeinsam angegangen werden. Eine unkomplizierte Lösung dafür, ist ein Haushaltskonto. Beide Partner – oder auch Mitbewohner einer Wohngemeinschaft – zahlen regelmässig einen bestimmten Betrag auf das gemeinsame Konto ein. Davon werden schliesslich Miete, Nebenkosten, Lebensmittel oder die gemeinsamen Ferien bezahlt. Im ersten Moment scheint dies auch keine komplizierte Angelegenheit zu sein. Konto eröffnen und fertig, oder etwa nicht?

Einfaches Privatkonto oder doch besser Compte-Joint?

Wenn Sie zu zweit ein Konto führen möchten, haben Sie Grundsätzlich drei Möglichkeiten: ein Kollektivkonto, ein Einzelkonto mit Vollmacht oder ein Gemeinschaftskonto auch «Compte Joint» genannt. Beachten Sie, dass es bei einem Privatkonto nur einen Besitzer gibt. Zwar kann dem Partner eine Vollmacht erteilt werden, um über das Geld zu verfügen. Im Streitfall geht das Geld jedoch an den Kontoinhaber. Stirbt dieser, gehört das Geld den Erben. Zählt der Partner nicht zu den gesetzlichen Erben, verliert dieser seinen Anteil.  

Bei einer Kollektiv-Beziehung kann das Geld grundsätzlich nur gemeinsam verwaltet werden. Ein Zahlungsauftrag etwa muss von beiden Partnern unterschrieben werden muss. Der Vorteil ist, dass das Vermögen im Streitfall geschützt ist, da nicht ein Kollektivpartner alleine handeln kann. In einem Todesfall wird das Konto jedoch vorübergehend blockiert. Die gesetzlichen Erben treten an die Stelle der verstorbenen Partei und können mit über das Vermögen bestimmen.

Im Gegensatz dazu kann bei einer Compte-joint-Beziehung, jeder Mitinhaber alleine und uneingeschränkt über das Geld verfügen. So kann auch im Todesfall der verbliebene Partner über das Vermögen verfügen. Die Bank steht nicht in der Plicht zu überprüfen, ob die gesetzliche Erbfolge eingehalten wird. Im einem Streit- oder Scheidungsfall bleibt bei einer Compte-joint-Beziehung das Geld jedoch «ungeschützt»: derjenige der schneller Anspruch erhebt, kann über das Geld verfügen. Ungerechtfertigte Bezüge müssten also vor Gericht zurückgefordert werden.

Wenn also viel Geld auf dem gemeinsamen Konto ist, macht es Sinn zu überprüfen, ob die gewählte Lösung auch die Richtige ist. Auch wenn es ungemütliche Fragen sind, klären Sie, was mit dem Geld im Streitfall passieren würde. Fragen Sie sich auch, was im Todesfall geschehen würde. 

Autor: Katharina Jochum

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