Qontis Personal Finanz Manager Logo
21. August 2014, Pensionierung

Pensionsplanung: so sind Sie im Alter gut versorgt

Planen für die Pension Noch bevor das Rentenalter erreicht ist, sollte für die Zeit nach der Pensionierung vorgesorgt werden. Foto: iStock

Spätestens mit 50 Jahren sollten Sie sich mit Ihrer Pensionsplanung auseinandersetzten. Dazu gehört neben dem finanziellen Aspekt der Pensionierung auch die Frage nach der passenden Wohnform im Alter.

Das Pensionsalter liegt in der Schweiz bei 65 Jahren für Männer und bei 64 Jahren für Frauen. Spätestens mit 50 Jahren sollten Sie eine Bestandsaufnahme machen und Ihre Altersvorsorge planen. Dabei geht es nicht nur um die Finanzplanung für die Pension, auch Themen wie Gesundheit oder Wohnen im Alter spielen eine grosse Rolle.

Die Pensionskassen der Schweiz

Die finanzielle Vorsorge fürs Alter basiert in der Schweiz auf dem Drei-Säulen-System. Die erste Säule ist die staatliche Vorsorge und ist in der Schweiz für die gesamte Bevölkerung obligatorisch. Dies gilt für Angestellte, Selbstständige sowie für Nichterwerbstätige. Die Gelder aus der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) decken jedoch nur den absolut notwendigen Lebensbedarf.

Die staatliche Vorsorge aus der ersten Säule wird somit durch die berufliche Vorsorge, die 2. Säule, ergänzt. Das Geld aus der Pensionskasse ist für viele Schweizer die grösste Einkommensquelle im Alter. Jeder Arbeitnehmer ist obligatorisch in der Pensionskasse versichert, wenn das Jahreseinkommen 21'060 Franken oder mehr beträgt. Selbstständige können sich freiwillig versichern. Die Höhe des Betrags, den Sie nach Ihrer Pensionierung ausbezahlt bekommen, hängt von Ihrem Einkommen und den Bedingungen der Einrichtung ab, bei der Ihr Geld liegt. Die Jahresrente entspricht einem Prozentsatz ihres Guthabens. Dieser Umwandlungssatz ist gesetzlich festgelegt.

Wenn Sie Ihren Arbeitgeber wechseln, müssen Sie Ihr Pensionskassen-Guthaben mitnehmen. Die Gelder werden dann in die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers eingezahlt. Alternativ können Sie das Pensionskassen-Guthaben auch auf ein Freizügigkeitskonto einbezahlen. Um für die Rente finanziell gut abgesichert zu sein, sollten Sie auch frühzeitig privat sparen. Gelder, die Sie in ein Säule3a-Konto einbezahlen, sind bis zu einem gewissen Betrag steuerfrei.

Die Frühpension erfordert lange Planung

Aktuell liegt das Pensionsalter in der Schweiz für Männer bei 65 und für Frauen bei 64 Jahren. Wer sich frühpensionieren möchte, sollte diesen Schritt gut überdenken, da dies finanzielle Einbussen zur Folge hat. Bedenken Sie, dass Sie bei einer Frühpensionierung aus der Pensionskasse fallen, was eine Kapitalverringerung zufolge hat. Sie können die Rente aus der AHV zwar vorziehen, dies hat allerdings eine lebenslänglich gehkürzte Rente zufolge. Ausserdem können Sie, wenn Sie pensioniert sind, auch nicht mehr von der steuerbegünstigten Säule 3a profitieren.

Falls Sie sich eine vorgezogene Pension wünschen, sollten Sie einige Jahre im Vorfeld damit beginnen diese zu planen. Nehmen Sie Bestand über Ihr Vermögen, Eigentum aber auch über Ihre Ausgaben auf. Berechnen Sie wie viel Geld Sie benötigen werden, vom Zeitpunkt, an dem Sie aufhören möchten zu arbeiten, bis hin zum Zeitpunkt, an dem Sie sich Ihre 1. und 2. Säulen ohne Einbussen ausbezahlen lassen können. Einige Ausgaben, wie für Mobilität oder Arbeitskleidung, werden mit der Pensionierung wegfallen. Jedoch kommen durch neue Hobbies oder häufigere Reisen andere Kosten auf Sie zu.

Im Idealfall können Sie diese Zeit mit freiem Vermögen, etwa aus der Säule 3b, decken. Je nachdem wie gross Ihr Kapital aus der 2. und 3. Säule sein wird, ist es möglicherweise sinnvoll die AHV trotz Einbussen früher zu beziehen, um die Finanzierungslücke zu stopfen. Am besten lassen Sie sich in einem Gespräch beraten. Ein Finanzexperte kann Ihnen nicht nur dabei helfen, in Ihren letzten Berufsjahren am effizientesten Geld anzusparen, sondern auch den besten Weg für die Frühpensionierung mit Auszahlungen aus 1. 2. oder 3 Säule erklären.

Die Möglichkeiten einer Teilpensionierung

Da mit einer Frühpension häufig finanzielle Einbussen miteinhergehen, ist die Teilpensionierung eine gute Alternative. Die flexible Pensionierung ist von den Pensionskassen in ihrem Reglement beschrieben. Generell haben Sie die Möglichkeit das Arbeitspensum bis zu sieben Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter zu reduzieren. Die dabei entstehenden Einkommenseinbussen werden mit einem Teilbezug der Rentenansprüche kompensiert. Beim Eintritt ins ordentliche Rentenalter, wird der Rest des Guthabens bezogen. Sie können den Eintritt in die Pension aber auch aufschieben: grundsätzlich ist eine gleitende Pension im Alter von 58 bis 70 Jahre möglich. In dieser Zeit, zahlen Sie weiterhin Geld an die 2. Säule wodurch sich das Kapital in der Pensionskasse wieder erhöht.

Die genauen Auflagen werden von der Pensionskasse vorgeschrieben. Dabei ist beispielsweise festgehalten, wie gross Ihr Arbeitspensum mindestens noch sein muss und wann Sie spätestens in eine Teilpension eintreten können. Häufig muss zwischen dem Beginn der Teilpension und dem Eintritt in die ordentliche Pension mindestens ein Kalenderjahr liegen. Für die Ausbezahlung des Geldes aus der Pensionskasse haben Sie die Wahl zwischen Kapital, Rente oder einer Mischform. Kapitalbezüge werden grundsätzlich mit einem reduzierten Steuersatz besteuert und können sich deshalb lohnen. Dies sollten Sie allerdings mit der kantonalen Steuerbehörde abklären.

Arbeiten nach der Pensionierung

Nicht jeder möchte mit Mitte 60 in den Ruhestand treten. Sie dürfen nach dem Erreichen des ordentlichen Pensionsalters auch weiterhin arbeiten. Sie können dann den Bezug der AHV-Bezug um mindestens eines und maximal fünf Jahre aufschieben. Dies müssen Sie innert eines Jahres nach Erreichen des Pensionsalters anmelden. Wenn Ihr Bruttoeinkommen nach dem Erreichen des Pensionsalters den Freibetrag von 16'800 Franken pro Jahr übersteigt, müssen Sie weiterhin Beiträge für AHV, IV und Erwerbsersatz-Leistungen zahlen. Wenn Sie mehrere Arbeitgeber haben, gilt der Freibetrag pro Arbeitgeber separat. Die Beiträge an die Arbeitslosenversicherung fallen jedoch weg.

Die Pensionskasse kann ebenfalls weitergeführt werden. Dazu benötigen Sie jedoch das Einverständnis Ihres Arbeitgebers. Ein Aufschub der Pensionskasse lohnt sich in vielen Fällen: zum einen sparen Sie mehr Kapital an. Andererseits kann es steuertechnisch günstig sein, denn es werden sowohl Ihr Lohn als auch Ihr Bezug aus der Pensionskasse als steuerbares Einkommen gezählt. Klären Sie im Vorfeld mit Ihrer Pensionskasse auch ab, um wieviel sich der Umrechnungsfaktor bei einem Aufschub erhöht. Dies sollte angemessen sein, sodass es sich für Sie lohnt weiterhin einzuzahlen. Wenn Sie die Pensionskasse weiterführen, können Sie ausserdem weiterhin Beiträge an die Säule 3a leisten. Dies ist allerdings nur bis fünf Jahre nach dem Erreichen des Pensionsalters möglich. Zu diesem Zeitpunkt müssen Sie alle Ihre 3a-Konten bezogen haben.

Die verschiedenen Wohnformen im Alter

Je nach Gesundheitszustand, finanzieller Lage und persönlichen Präferenzen stehen Ihnen im Alter verschiedene Wohnformen zur Verfügung. Wer im grossen und ganzen fit und selbstständig ist, möchte vermutlich alleine Leben. Dann ist eine Haushaltshilfe eine gute Option. Diese kann Ihnen bei schwereren Haushaltsarbeiten helfen oder die Einkäufe für Sie erledigen. Für alle, die nicht alleine leben möchten, ist möglicherweise eine Senioren-WG eine gute Option. Diese werden immer beliebter und sind eine gute Alternative zu betreuten Wohnformen.

Wer zwar selbstständig wohnen möchte, aber dennoch eine gewisse Sicherheit braucht, entscheidet sich für betreutes Wohnen. Alterssiedlungen oder Alterswohnungen bieten den Bewohnern Unabhängigkeit und Privatsphäre. Die Wohnungen sind altersgerecht und komfortabel ausgestattet, beispielsweise mit Lift und Sicherheitssystemen. Je nach Wohnkonzept stehen Ihnen zusätzliche Dienstleistungen zur Verfügung. Darunter etwa ein Verpflegungsservice, medizinische Versorgung oder aber auch Veranstaltungen mit der Möglichkeit soziale Kontakte zu knüpfen.

Wenn Sie im Alter mehr Pflege und Hilfe benötigen, steht der Umzug in ein Heim zur Debatte. Dabei wird zwischen Alters- und Pflegeheimen unterschieden. Die Entscheidung hängt meist mit dem Gesundheitszustand zusammen. Wer medizinische Pflege benötigt ist im Pflegeheim richtig. Dieses bietet zusätzliche Pflegestrukturen, die durch qualifiziertes Personal geleistet werden, wie ausgebildete Krankenschwestern und Pfleger. Die Kosten bestehen aus dem Preis für Zimmer und Mahlzeiten, Pflege- und Betreuungskosten und den Kosten für medizinische Leistungen sowie persönliche Auslagen. Dabei übernimmt die obligatorische Krankenversicherung die Leistungen für Medikamente und Pflege. Ein Altersheim nimmt Personen auf, deren Gesundheitszustand keine besondere Pflege benötigt. Es bietet ein Zimmer und Mahlzeiten und ähnelt so einer Hotel-Infrastruktur. Abgerechnet wird meist mit einem pauschalen Tagessatz.

Falls Sie für einen Heimaufenthalt nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, können Sie einen Antrag zum Bezug von Ergänzungsleistungen stellen. Innerhalb Ihres Wohnkantons können Sie das Heim frei wählen. Das Problem ist meist, dass alle freien Plätze belegt sind und die Heime eine Warteliste führen. Falls Sie sich für ein Heim entscheiden sollten Sie früh genug mehrere Angebote miteinander vergleichen und die Heime besichtigen. Für eine Beratung zu Alters- und Pflegeheimen steht in der Schweiz beispielsweise die Pro Senectute zur Verfügung.

Schlagworte
  • Pensionsplanung: so sind Sie im Alter gut versorgt
    1.8 von 5 Sternen von 5 Bewertungen0
Mehr über Pensionierung
Qontis

Heinrichstrasse 269, 8005 Zürich, Schweiz

Swiss Sign