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16. April 2014, Pensionierung

Wie man sich optimal auf die Pension vorbereitet

Pensionierung planen Mit einer guten Planung kann man die «längsten Ferien» richtig geniessen. Foto: iStock

Das AHV-Alter erreicht man mit 65 bzw. 64, doch bereits mit 50 sollte man sich ernsthaft mit der Planung der Pensionierung auseinandersetzen. Es gilt finanzielle und emotionale Neuausrichtungen gleichermassen zu beachten. Hier einige Tipps, was Sie bei der Pensionsplanung beachten sollten.

Die meisten investieren viel Zeit in die Vorbereitung perfekter Urlaubsferien: man liest und plant, informiert sich im Internet und stellt ein Budget auf – oft sind Emotionen und Vorfreude genauso zentral wie die Reise selbst. Für die Planung der «längsten Ferien», des 3. Lebensabschnittes, geht man idealerweise auch frühzeitig und mit Freude ans Werk. Nicht alles muss akribisch geplant sein, vieles lässt sich ohnehin nicht im Voraus festlegen und einiges will man vielleicht bewusst auf sich zukommen lassen.

Die optimale Vorbereitung der Pensionierung

Eine Pensionierung erfolgt ja nicht automatisch, sondern verlangt gewisse Vorbereitungen. Erfahrungsgemäss sollte man sich zu folgenden Themen Gedanken machen und Anregungen einholen:


Finanzen: Wünsche und Ziele sind vorhanden, doch deren Umsetzung hängt letztendlich auch vom Geld ab. Zwar sind viele im Alter genügsamer, aber wie viel steht einem konkret vom heutigen Einkommen in Zukunft zur Verfügung? Zu viel gespart hat noch keiner  - deshalb lohnt sich ein frühzeitiger Beginn.

Idealerweise sollte mit Alter 50 der dritte Lebensabschnitt und damit die Pensionsplanung angegangen werden. Eine Standortbestimmung zu diesem frühen Zeitpunkt schafft Klarheit, wo man bezüglich Budgetsicherheit, Steuern, gesichertem Einkommen, wie AHV, Pensionskassenrente, etc., Anlagen und Nachlassregelung steht.


Beziehungsnetz: Frauen sind ausserhalb des Jobs meist besser vernetzt, der Kollegenkreis von  Männern hingegen ist oft durch den Beruf bestimmt. Wer sich nur im Beruf verwirklicht, fällt bei der Pensionierung aus allen Wolken, geht doch auch Status und Anerkennung verloren. Auch in der Partnerschaft müssen Nähe und Distanz oft neu ausgehandelt werden. Schliesslich gilt es, einen neuen Tages-Rhythmus zu finden und gewohnte Rollenbilder zu hinterfragen.


Lebenssinn: Alt wird man, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft. «Keine Zeit», ist das Häufigste, was man von Neu-Rentnern hört. Die «Geniesser der wohlverdienten Freiheit» erholen sich und sind unterwegs.  Die «Engagierten» bringen ihre Erfahrung als Freiwillige ein oder arbeiten teilzeit oder als Ferien-Aushilfe.

Und die «Encore-Career»-Menschen fangen nochmal etwas Neues an: Sie realisieren ihren Traum, gründen ein Start-up, machen ihr Hobby zum Beruf oder wandern aus.


Gesundheit: Die Zahl gesunder Lebensjahre wächst. Und Alter beginnt im Kopf. Die Themen Gesundheit und eine bezahlbare Versorgung haben hohe Priorität. Fithalten bezieht sich nicht nur auf körperliche Leistungsfähigkeit. Sport ist keine Garantie. Ein Check-Up der Gesundheit und der Krankenkassen-Leistungen ist daher angezeigt! Wer kommt zum Beispiel später für Ihre Pflegekosten auf?


Wohnen: Wo und wie möchte man leben? Eher selbständig oder in Gemeinschaft? Soll man das Eigenheim abzahlen, verkaufen oder vorzeitig vererben?


Auswandern: Klima, Infrastruktur, Wohn- und Verkehrs-Situation? Gesundheitsvorsorge? Beziehungsnetz? Sicherheit? Renten und Kosten? Rechtliche Situation? 

Alle diese Fragen sollte man sich vor dem Auswandern gründlich durch den Kopf gehen lassen. Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema.


Aufbruch statt Rentner-Blues

Heutzutage gehen mehr als 50 Prozent der Bevölkerung vor dem ordentlichen Pensionsalter in Rente, 25 Prozent arbeiten noch weiter - Flexibilität ist also gefragt. Jobsicherheit ist über 60 sowieso ein heikles Thema, weshalb man gut beraten ist, seine Handlungsoptionen zu kennen. Viele Menschen geben sich Illusionen hin, dass sie genügend gespart hätten und ein Aufschub dieses Themas keine Konsequenzen habe. Nach Alter 60 besteht aber nur noch wenig Spielraum, Massnahmen zu treffen und Vorsorgelücken zu schliessen. Generell wird der Zinseszins-Effekt unterschätzt und die eigene Fähigkeit, sich im Alter einzuschränken, überschätzt.

Als Einstimmung auf die «längsten Ferien» und Sensibilisierung für das Thema «Pensionsplanung» lohnt sich ein Seminarbesuch (z.B. Avantage, Impulsseminare); für eine individuelle Standortbestimmung ist eine individuelle Finanzplanung unabdingbar. Professionelle Berater in Ihrer Nähe finden Sie unter myfinancepro.ch

Autor: Reto Spring


In Zusammenarbeit mit:


Reto Spring aus Zollikon (43) ist Finanzplaner mit eidg. Fachausweis und besitzt 11 Jahre Berufserfahrung als unabhängiger Berater für Vorsorge-, Anlage- und Hypothekar-Beratung sowie Steuer- und Finanzplanung. Er ist Präsident des Finanzplaner Verbandes Schweiz (FPVS) und setzt sich ein für den Berufsverband aller Berater in Finanz und Vorsorge. 

 

 

 

 

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