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16. Oktober 2014, Krankenkassen

Wann lohnt sich der Krankenkassenwechsel?

Wann lohnt sich ein Krankenkassenwechsel Der jüngste Prämienanstieg macht eine Analyse der eigenen Krankenkassenausgaben lohnenswert. Foto:iStock

Wie bereits bekannt wurde, steigen die Kosten der Grundversicherungsprämien im kommenden Jahr um durchschnittlich ca. 4 Prozent. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist dies eine überdurchschnittliche Erhöhung. Nach wie vor können die Versicherten viel Geld sparen.

Herr Wirz, bedeutet die durchschnittlichen Prämienerhöhung, dass bei jedem Versicherer die Prämien um 4% steigen werden?

Nein, dies ist der Durchschnittswert für die ganze Schweiz, und es sagt für den einzelnen Versicherten nicht viel aus. Wie die Prämienerhöhung genau aussieht, weiss man erst, wenn man von seiner Krankenkasse die neue Police mit den Prämien 2015 erhalten hat. Die Policen werden im Laufe des Monats Oktober versendet.

Wie viel Geld kann ich mit einem Krankenkassenwechsel sparen?
Wir rufen sie gratis zurück.

Wenn die neuen Policen erst im Oktober eintreffen, kann ich dann überhaupt noch zu einer anderen Krankenkasse wechseln?

Ja, eine Kündigung der Grundversicherung ist bis zum 30. November möglich. Das Kündigungsschreiben muss dieses Jahr jedoch schon am 28. November bei der Krankenkasse eingegangen sein, weil der letzte Arbeitstag des Monats November massgebend ist.

Kann ich auch die Zusatzversicherungen noch wechseln?

Die ordentliche Kündigungsfrist für die Zusatzversicherungen ist in der Regel 3 oder 6 Monate auf das Ende eines Kalenderjahres. D.h. also, per 30. Juni oder per 30. September. Bei Prämienänderungen oder bei Änderung der Vertragsbedingungen besteht ein ausserordentliches Kündigungsrecht per Ende November bzw. innert 30 Tagen ab Kenntnisnahme der Änderungen. Gründe für ein ausserordentliches Kündigungsrecht können ein Alterskategorie-Wechsel, eine Änderung des Leistungskatalogs oder eine allgemeine Prämienanpassung aufgrund der Kostenentwicklung sein. Der Wegfall eines allfälligen Rabattes gilt nicht als Prämienerhöhung und somit auch nicht als Kündigungsgrund.

Somit kann es also sein, dass man jetzt nur noch die Grundversicherung per 2015 wechseln kann und die Zusatzversicherungen erst per 2016?

Das ist richtig. Tausende Versicherte werden jedoch nach Erhalt der neuen Police ihre Krankenversicherung wechseln. Bei den meisten Kunden stellt sich dann die Frage, ob man die Grund- und Zusatzversicherung bei verschiedenen Krankenkassen haben kann. Die Antwort lautet JA. Man darf die Grundversicherung bei einer anderen Krankenkasse haben. Möchte ein Versicherter die Grundversicherung wechseln, so darf die Krankenkasse die Zusatzversicherungen deshalb nicht kündigen.

Welche Problematiken können durch ein Splitting der Grund- und Zusatzversicherung auftreten?

Grundsätzlich keine. In seltenen Fällen kann es passieren, dass der Versicherte hin und her geschickt wird, bis eindeutig klar ist, ob eine Leistung von der Grundversicherung oder der Zusatzversicherung bezahlt wird. Allenfalls ist noch zu prüfen, ob eine Trennung der Grund- und Zusatzversicherung Kostenzuschläge in den Zusatzversicherungen verursachen.

Welches sind die wichtigsten Tipps?

Das Wichtigste ist, dass Sie niemals die Zusatzversicherungen kündigen, bevor Sie nicht vorbehaltslos bei den neuen Zusatzversicherungen aufgenommen worden sind.

Herr Wirz, empfehlen Sie jetzt noch einen Wechsel, auch wenn man die Zusatzversicherung erst ein Jahr später zur neuen Kasse wechseln kann?

Ja auf jeden Fall, denn normalerweise wechselt man ja zu einer günstigeren oder zu einer Krankenkasse mit besseren Leistungen. Die grösste Prämieneinsparung entsteht bekanntlich bei der Grundversicherungsprämie. Die Leistungen in der Grundversicherung sind zudem überall genau gleich. Und, wenn man schon ein Jahr früher die Prämienersparnisse mitnehmen kann, sollte man das auch machen. Das können für eine Familie schnell ein paar hundert Franken im Jahr sein. Und, der entscheidende Vorteil ist, dass man zum heutigen Zeitpunkt in Bezug auf die Gesundheit problemlos aufgenommen werden kann, was vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, infolge einer laufenden Behandlung, dann schwierig werden könnte. Die meisten Krankenkassen anerkennen die Gültigkeit der Gesundheitsfragen während 15-18 Monaten.

Sollte man die Zusatzversicherungen nicht per 01.01.2015 wechseln können, kann man in der Regel den Beginn der Zusatzversicherungen bei der neuen Kasse um max. ein Jahr, also auf den 01.01.2016, verschieben, da eben die Gesundheitsfragen aus dem Antrag mind. 15-18 Monate gültig sind. Das bedeutet, dass die heute bestätigte Aufnahme bereits für den Beginn 01.01.2016 gilt, egal ob man in der Zwischenzeit krank wird.

Das hört sich aber administrativ sehr aufwändig und kompliziert an!

Ja, man darf den Aufwand nicht unterschätzen. Unsere Krankenkassen-Spezialisten übernehmen jedoch sämtliche administrativen Aufwände und garantieren eine fristgerechte Erledigung aller notwendigen Massnahmen, damit der Wechsel reibungslos klappt. Sollten Fragen während des Splitting-Jahres auftauchen, steht unser Kundendienst-Team zu den üblichen Bürozeiten fachmännisch zur Verfügung.

Autor: Stephan Wirz


Stephan M. Wirz ist Mitglied der Geschäftsleitung der Maklerzentrum Schweiz AG, der führenden Anbieterin von Krankenkassen- und Versicherungslösungen im Privatkundenbereich in der Schweiz.

 

 

 


 

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