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06. August 2014, Krankenkassen

Vermehrt unnötige Operationen: Wie kann man sich schützen?

Unnötige Operationen in der Schweiz: Wie schützt man sich? Immer öfter scheinen Ärzte unnötige Operationen durchzuführen. Mit einer neutralen Zweitmeinung kann man sich davor schützen. Foto: © Minerva Studio / iStock / Thinkstock

Jeder fünfte im OP arbeitende Arzt und Pfleger gibt die Durchführung unnötiger Operationen im eigenen Spital zu, wie eine Umfrage des Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt. Das belastet nicht nur Patienten unnötig, sondern treibt auch die Krankenkassen-Kosten in die Höhe.

18 Prozent der Ärzte und sogar 24 Prozent der Pfleger räumen ein, dass sie das Gefühl haben, «dass manche Operationen aus medizinischer Sicht nicht notwendig gewesen wären.» Dies ergab eine durch comparis.ch beauftragte Untersuchung von «Dr-ouwerkerk – just medical», bei der insgesamt 350 Ärzte und Pflegekräfte aus dem OP-Bereich nach ihrer Meinung gefragt wurden.

Starker Anstieg deutet auf vermehrt unnötige Operationen hin

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Auswertung von Daten aus den Jahren 2003 bis 2012 des Bundesamtes für Statistik (BFS).  Diese zeigt, dass gerade lukrative Operationen an Knie, Hüfte oder Rücken in dieser Zeit bis zu 96 Prozent zugenommen haben. So wurden 2012 fast doppelt so viele Patienten wegen einer Knieprothese behandelt wie in 2003, nämlich 16.966 statt zuvor 8.676. Bei den Wirbelkörperverblockungen gab es eine Zunahme von etwa 80 Prozent, von 2.429 auf 4.380. Und stationäre Behandlungen wegen Hüftprothesen erhöhten sich um 31 Prozent von 16.650 auf 21.887.

Auch internationale Studien bestätigen laut comparis.ch diese Ergebnisse. So zeige eine Untersuchung der OECD aus dem letzten Jahr, dass es in der Schweiz mehr Operationen gibt als in den meisten anderen Industrienationen.

Grund für die unnötigen Operationen sind anscheinend wirtschaftliche Interessen, wie comparis.ch weiter angibt. Sogar Ärzteverbände hätten diese Praxis bereits des Öfteren kritisiert.

Wie kann man sich vor einer unnötigen Operation schützen?

Gerade, wenn es Zweifel gibt, ob eine Operation wirklich nötig ist oder nicht, sollten Patienten sich unbedingt eine Zweitmeinung einholen. In der Regel bezahlen dies die Krankenkassen. Wichtig dabei ist laut comparis.ch, dass der Arzt, von dem die Zweitmeinung eingeholt wird, nicht darüber in Kenntnis gesetzt werden sollte, wer die erste Meinung abgegeben hat.

Unser Tipp: Neben bereits vertrauten Spezialisten, kann man eine solche Zweitmeinung auch ganz einfach im Internet beantragen. Möglich ist das etwa bei Medexo. Das Portal, dessen Abkürzung für «Medizinische Experten Online» steht, bietet unabhängige und qualifizierte ärztliche Zweitmeinungen. Diverse Krankenkassen erkennen diese bereits an und übernehmen die Kosten dafür.

Der Vorteil von Plattformen wie Medexo ist, dass dort Spezialisten vorhanden sind, an die man sonst, gerade als gesetzlich Versicherter, schwierig heran kommt. Zudem muss man für die qualifizierte Zweitmeinung keine lange Anreise oder Wartezeit in Kauf nehmen. Mehr dazu unter medexo.com.

Autor: Bianca Sellnow

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