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12. September 2013, Krankenkassen

Krankenkassenwechsel: Die wichtigsten Fragen

Stephan Wirz Krankenkassenwechsel Stephan Wirz von der Maklerzentrum Schweiz AG beantwortet Fragen zum anstehenden Krankenkassenwechsel

Worauf muss man beim Wechsel der Krankenkasse achten? Was für unterschiedliche Modelle gibt es in der Grundversicherung und inwiefern unterscheiden sich Grund- und Zusatzversicherungen. Stephan Wirz, Leiter Vertrieb bei der Maklerzentrum Schweiz AG, beantwortet diese Fragen im exklusiven Qontis-Interview.

Herr Wirz, verstärkte Werbung im Fernsehen macht uns darauf aufmerksam, dass man bis Ende September seine Krankenkasse künden muss. Stimmt das?

Die Grundversicherung muss bis spätestens 30. November gekündigt werden. Es ist zu beachten, dass das Kündigungsschreiben am letzten Arbeitstag im November bei der Krankenkasse eingehen muss. Die Beweispflicht liegt beim Kunden, daher muss die Kündigung immer mittels Einschreiben erfolgen oder persönlich mit Empfangsquittung in einer Agentur abgegeben werden.

Gilt dies auch für die Zusatzversicherung?

Der reguläre Kündigungstermin ist Ende September. Einige Kassen sehen eine noch längere Kündigungsfrist (Assura, Groupe Mutuel, Helsana mit einem 5-Jahresvertrag und Supra haben eine Kündigungsfrist von 6 Monaten, die Helsana bei 3-Jahresverträgen eine von 5 Monaten) vor. Bei einer Prämienerhöhung – die Kunden erfahren dies in der Regel erst im Oktober mit dem Versand der neuen Policen – kann eine Kündigung analog der Grundversicherung per Ende November erfolgen. Häufig erhöhen die Gesellschaften jedoch nicht alle Produkte, so dass nur ein Teil der Zusatzversicherungen im Hinblick auf das nächste Jahr gekündigt werden kann.

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Es kann also soweit kommen, dass man die Zusatzversicherung nicht mehr ändern kann, weil es keine Prämienanpassung gab, die Grundversicherung aber schon?

Genau. Dies hält viele Versicherte von einem Wechsel ab, da sie nicht bei zwei verschiedenen Gesellschaften versichert sein wollen.

Worauf muss ich bei der Kündigung achten?

Ein Wechsel der Zusatzversicherung erfordert einen guten Gesundheitszustand. Sie dürfen die Zusatzversicherung erst künden, wenn eine Aufnahme in die neue Zusatzversicherung erfolgt ist.

Ist es denn möglich die Grundversicherung und die Zusatzversicherung verschiedenen Anbietern zu versichern?

Im Grundsatz ja. Jedes Produkt stellt einen eigenständigen Vertrag dar. Eine separate Spitalzusatzversicherung ist unproblematisch, falls jedoch der Heilungskosten-Zusatz mit Leistungen für Alternativmedizin und Nichtpflicht-Medikamente und die Grundversicherung bei unterschiedlichen Gesellschaften versichert sind, kann dies für den Kunden ein wenig aufwändiger werden. Bei einer gewissen Prämieneinsparung lohnt es sich jedoch, da noch nicht vorausgesagt werden kann, ob in absehbarer Zukunft überhaupt Leistungen in Anspruch genommen werden müssen.

Wann sollte man die Versicherung wechseln?

Eine Versicherung muss an die individuellen Bedürfnisse angepasst sein. Viele Versicherte interessieren sich ausschliesslich für die Prämien. Es ist jedoch in erster Linie zu beachten, dass die Versicherung im Schadenfall Leistungen entrichtet. Kinder, junge Erwachsene und ältere Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Falls ein Kind invalid wird, erhält es lediglich minimale Leistungen aus der ersten Säule, da eine berufliche Vorsorge fehlt. Ohne Invaliditätskapital wird das Kind für den Rest des Lebens mit dem Existenzminimum auskommen müssen. Hier wird oftmals am falschen Ort gespart. Das gleiche gilt für eine Deckung bei Zahnkorrekturen, da aus der Grundversicherung keine Leistungen entrichtet werden.

Was für Modelle gibt es bei der obligatorischen Grundversicherung (KVG)?

Abgesehen vom Standardmodell, werden drei Gruppen unterschieden. Beim Hausarzt-Modell muss die Erstkonsultation beim festgelegten Hausarzt erfolgen. Dieser macht dann die Überweisung an einen Spezialisten. Ausgenommen sind Notfälle, Augenarzt, Zahnarzt und Frauenarzt. Es macht ja keinen Sinn, für einen gynäkologischen Check-Up zuerst zum Hausarzt zu gehen.

Weiter gibt es Telefonmodelle. Die medizinische Erstkonsultation erfolgt über das Telefon. Ausgenommen sind wiederum Notfälle, Augenarzt, Zahnarzt und Frauenarzt. Am Telefon erhält man nur einen Rat, jedoch keine verbindliche Empfehlung. Dies ist ideal für Leute, die keinen Hausarzt besitzen. Man muss keinen Termin vereinbaren und kann einfach anrufen, ev. ein Foto eines Ausschlags per Mail schicken und bekommt gleich einen kompetenten Rat.

Die dritte Alternative sind die sogenannten Managed-Care-Modelle. Der Arzt erhält hier eine Budgetverantwortung. Er erhält pro Fall eine festgelegte Pauschale. In diesem Modell kann man nur seinen Hausarzt behalten, wenn dieser Teil eines solchen Netzwerkes ist.

Autor: Stephan Wirz


In Zusammenarbeit mit

Maklerzentrum Schweiz

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