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11. Juni 2013, Karriere

Voraussetzungen und Pflichten zur Einbürgerung in der Schweiz

Einbürgerung in die Schweiz: Das sollten Sie wissenMacht es Sinn, einen Gesuch auf Einbürgerung zu stellen? Foto: iStockphoto
 

Im vergangenen Jahr fanden in der Schweiz laut Bundesamt für Migration (BFM) über 5.500 erleichterte Einbürgerungen, mehr als 19.000 ordentliche und 84 Wieder-Einbürgerungen statt. Der Schweizer Pass erfreut sich grosser Beliebtheit. Doch wie verläuft eigentlich ein Einbürgerungsverfahren? Wer ist zuständig und wie lange dauert es? Welche Regelungen dazu gibt es im Schweizer Bürgerrecht?

Das Thema Einbürgerung in die Schweiz wird immer wieder diskutiert. Permanent wachsende Einwanderungszahlen führen dazu, dass Forderungen nach einer Verschärfung der Einbürgerung in die Schweiz lauter werden. Gemäss der Studie «Einbürgerlandschaft Schweiz», die 2012 von der Eidgenössischen Kommission für Migration (EKM) beauftragt wurde, hätten 2010 etwa 900.000 Personen die Möglichkeit gehabt einen Schweizer Pass zu beantragen.

Einbürgerung in die Schweiz sehr beliebt

Da das Schweizer Bürgerrecht  jedoch relativ strenge Einbürgerungsrichtlinien vorsieht, stellt nur ein Bruchteil davon bei einem der Kantone oder beim BFM einen Gesuch zur Einbürgerung in die  Schweiz. Der Nationalrat hat trotzdem erneut über eine Revision des Bürgerrechtsgesetzes debattiert und will die Einbürgerung in die Schweiz nochmals erschweren. Die Schweiz gilt nicht nur wegen ihrer Neutralität als attraktives Einwanderungsland. Eine solide Wirtschaft, traumhafte Landschaften, gute Entlohnung und eine vorbildliche Infrastruktur locken viele Menschen aus anderen Ländern an. Nicht wenige stehen deshalb vor der Frage, ob es Sinn macht, ein Gesuch auf Einbürgerung in die Schweiz zu stellen.

Das Schweizer Bürgerrecht unterscheidet zwischen einer ordentlichen und erleichterten Einbürgerung in die Schweiz. Ehepartner, leibliche und adoptierte Kinder von Schweizer Bürgern können eine erleichterte Einbürgerung wählen. Allerdings kann sie durch Adoption nur dann erworben werden, wenn das Kind zum Zeitpunkt der Adoption nicht mündig ist und es die volle rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes erhält.

Wer in die Schweiz eingebürgert wurde, übernimmt damit alle Rechten und Pflichten. Stimm- und Wahlrecht gehören ebenso dazu wie der Militärdienst. Wem übrigens nachgewiesen wird, dass die Einbürgerung in die Schweiz durch falsche Angaben oder Täuschungen erfolgte, dem kann sie noch bis zu acht Jahre danach entzogen werden.

Erleichterte Einbürgerung in die Schweiz

Die Voraussetzungen für das Gesuch einer erleichterten Einbürgerung in die Schweiz sind eine stabile eheliche Gemeinschaft mit dem Schweizerischen Ehepartner, die seit mindestens drei Jahren existiert. Weiterhin muss der/die Antragsteller/in mindestens fünf Jahre einen festen Wohnsitz in der Schweiz haben, in die Schweizerischen Verhältnisse integriert sein, die Schweizerische Rechtsordnung beachten und er oder sie darf die Sicherheit der Schweiz nicht gefährden. Wer im Ausland lebt, muss mindestens sechs Jahre in einer stabilen Ehe leben und mit der Schweiz eng verbunden sein. Wichtig: Der Schweizerische Ehepartner muss bei der Heirat Schweizer Bürger gewesen sein.

Antrag: Das Gesuch zur erleichterten Einbürgerung in die  Schweiz erhalten Sie beim Bundesamt für Migration, Abteilung Bürgerrecht, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern. Bei einem Wohnsitz im Ausland müssen Sie sich an die zuständige Schweizer Vertretung wenden. Bei diesen Institutionen wird auch das Gesuchformular eingereicht.

Ordentliche Einbürgerung in die Schweiz

Voraussetzungen für die ordentliche Einbürgerung in die Schweiz: Zwölf Jahre wohnhaft in der Schweiz, wobei die Lebensjahre zwischen dem 10. und 20. doppelt gerechnet werden. Der Antragsteller muss vertraut sein mit den Schweizer Verhältnissen, integriert sein und die Rechtsordnung beachten. Weiterhin darf auch keine Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit gegeben sein.

Antrag: Das Gesuch muss je nach Kanton beim Bund, der Gemeinde oder dem Kanton eingereicht werden. Anschliessend beginnt ein dreistufiges Einbürgerungsverfahren. Die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung gibt nur die Zustimmung durch den Bund an. Gemeinde und Kanton können noch die Erfüllung zusätzlicher Voraussetzungen verlangen. Nur, wer nach der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung auch das Bürgerrecht der Gemeinde und des Kantons zugesprochen bekommt, erhält einen Schweizer Pass.

Wiedereinbürgerung in die Schweiz

Voraussetzungen: Ein Gesuch auf eine Wiedereinbürgerung können ehemalige Schweizerinnen und Schweizer stellen, die durch Heirat oder Entlassung kein Schweizer Bürgerrecht mehr besitzen. Es muss eine Verbundenheit mit der Schweiz vorhanden sein, die Wiedereinbürgerung darf nicht unwürdig sei und je nach Gesetzesartikel werden weitere Voraussetzungen verlangt. Auch hier darf keine Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit existieren.

Antrag: Das Gesuch erhält man beim Bundesamt für Migration, wo es auch eingereicht werden muss.

Schweizer Pass: Verfahrensdauer und Kosten

Verfahrensdauer: Da die Anträge für eine Einbürgerung in die Schweiz ordentlich und objektiv geprüft werden, und die beteiligten Stellen tausende von Gesuchen bearbeiten müssen, ist die Wartezeit dementsprechend lange. In der Regel muss mit bis zu eineinhalb Jahren Verfahrensdauer gerechnet werden.

Gebühren: Bund, Kantone und Gemeinde dürfen nach Artikel 38 des BüG nur Gebühren erheben, die entstandene Verfahrenskosten abdecken. Sie liegen je nach Antrag, Alter und Wohnsitz zwischen 50 und 750 Franken.

Infos: Eine genaue Auflistung der Gebührensätze für die Einbürgerung in die Schweiz und weitergehenden Informationen zu Einbürgerungsverfahren, rechtlichen Hintergründen und Ansprechpartnern finden Sie auf dem Internetportal Schweizerische Eidgenossenschaft:

www.bfm.admin.ch

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  • Voraussetzungen und Pflichten zur Einbürgerung in der Schweiz
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