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08. Januar 2014, News

Ist die Masse wirklich besser als Experten?

Crowdinvesting Schlägt die Crowd ihren Benchmark auch im realen Leben. Foto: iStock

Wieso der Ansatz zwar durchaus interessant ist, sich aber in der Realität noch beweisen muss.

Mit crowdinvest.ch hat die Schweiz seit Juli eine eigene Crowd-Investing-Plattform. Seit August liefert diese eine kollektive Anlagemeinung der Crowd und vergleicht deren Performance mit Experten. Bis Ende Jahr hat die Crowd eine um rund ein Prozent bessere Performance abgelegt, als die Experten. So beachtlich das Resultat auch sein mag, noch ist es von theoretischer Natur.

Denn bisher wurde im Corwdportfolio ohne Kosten gerechnet. D.h. Kosten für die Portfolioführung, genaue Kosten für den Aktienhandel mit effektiven Marktpreisen, Depotkosten, etc. wurden allesamt noch nicht in die Performance des Crowdportfolios mit eingerechnet.

ETFs als Benchmark

Die Kosten der Benchmarkprodukte, an denen sich die Crowd misst, sind allesamt ETFs auf den SLI von drei verschiedenen Banken. Deren Kosten belaufen sich auf rund 30 Basispunkte. Rechnet man mit diesen 30 Basispunkten als Kosten, dann wäre die Performance der Crowd wahrlich besser als jene der ETFs.

Dies ist aber ein grosser Konjunktiv. Denn noch ist nicht klar, welche Form das Produkt von crowdinvest annehmen wird. ETFs haben aufgrund ihrer Funktion als Replikator eines Index eine ziemlich schlanke Kostenstruktur.

Die Kostenstruktur wird entscheiden

Ein Vorteil des Prinzips von crowdinvest ist, dass das Portfoliomanagement von der Crowd durch übernommen wird – die Masse bestimmt, welche Titel über- und welche unterbewertet werden. Einen teuren Portfoliomanager braucht es also nicht, braucht es aber für den Betrieb eines ETFs auch nicht zwangsweise.

Die grosse Herausforderung der crowdinvest-Gründer liegt nun darin, ein Vehikel zu finden, welches kostengünstig und effektiv die Anlagemeinung der Crowd umsetzen kann. Gelingt ihnen dies, würden sie ein einzigartiges und äusserst interessantes Produkt auf den Schweizer Markt bringen. Bis sich die Crowd auf die virtuelle Schulter klopfen darf, wird es wohl noch bis 2015 dauern – dann soll das erste crowdinvest-Produkt erscheinen.

Crowd gegen Experten

Auch interessant wäre ein Vergleich mit «richtigen» Anlageprofis. Denn der Vergleich mit ETFs hinkt ein wenig. Denn schlussendlich ist es das Ziel eines ETFs, einen Index abzubilden. Als Benchmark könnte man also genau so gut den SLI nehmen. 

Würde crowdinvest eine Gruppe von aktiven Anlageexperten finden, die ebenfalls ihre Meinung abgeben, hätte man einen passenderen Vergleich.


Autor: Alexander Haymann

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