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13. Juni 2014, Familie & Ich

Wie viel Trinkgeld gilt in der Schweiz als angemessen?

Trinkgeld in der Schweiz: Wie viel geben in Restaurant & Co? Wie viel Trinkgeld sollte man geben? Was als angemessen gilt, hängt vom Service und von der Branche ab. Foto: Philip Date / Hemera / Thinkstock

Wenn man mit einem Service zufrieden ist, kann man das gut mit einem Trinkgeld ausdrücken. Je nach Branche und erhaltener Dienstleistung unterscheidet sich jedoch, welche Höhe angemessen ist. Was das Gesetz zum Trinkgeld in der Schweiz sagt und wo in der Regel wie viel gegeben wird.

Ein Gesetz zum Trinkgeld gibt es nicht, oder eher nicht mehr. In den 70ern gab es zwar den Versuch, das Trinkgeld für das Bedienungspersonal in Gaststätten in der Schweiz vom Gesetz her zu verbieten. Daraufhin wurde der Begriff «Service inbegriffen» eingeführt, was die Gäste davon entbinden sollte, etwas dazu zu bezahlen. Dieses Gesetz zum Trinkgeld in der Schweiz konnte sich auf Dauer jedoch nicht durchsetzen, da vor allem ausländische Gäste die Regelung nicht kannten und weiterhin, wie für sie gewohnt, Trinkgeld in Restaurants zahlten.

Ein Trinkgeld nicht gänzlich abzuschaffen ist aber auch aus anderen Gründen sinnvoll. Dadurch kann der Gast etwa die Qualität des Service bewerten. Der Blogger und Spitzengastronom Dario Cadonau erklärt dazu auf dem Portal schweizer-illustrierte.ch, dass Trinkgeld eine Belohnung für gute Arbeit sei und dadurch die Leistung entsprechend würdigt.

Trinkgeld in der Schweiz bei Restaurantbesuch

Beim Thema Trinkgeld in Restaurants rät Cadonau zur Zehn-Prozent-Regel. Wer Trinkgeld in der Schweiz in Höhe von zehn Prozent des Rechnungsbetrags zahlt, liegt demnach im angemessenen Rahmen.

Beträgt die Rechnung mehr als CHF 100.- sollte der Prozentsatz gesenkt werden. Dabei kommt es aber natürlich auch immer auf die Situation an, denn das Trinkgeld soll eine Anerkennung darstellen. Wenn der Service schlecht war, kann sich das also durchaus in der Höhe des Trinkgelds widerspiegeln.

Trinkgeld für Hotelpersonal in der Schweiz

Wer Trinkgeld nach einem zufriedenen Aufenthalt im Hotel zahlen möchte, sollte dies dem entsprechenden Personal direkt übergeben oder am Empfang eine Summe für das Servicepersonal hinterlegen. Ein Aufrunden der Rechnungssumme ist hier nicht üblich.

Die Höhe des Trinkgelds in der Schweiz in Hotels unterliegt keinen Regeln. Gezahlt werden muss es gar nicht und die Höhe ist abhängig von der Dauer des Aufenthalts, dem Standard des Hotels und letztlich von den finanziellen Verhältnissen des Gastes. Jeder muss hier demnach selbst entscheiden, ob er etwas zahlen möchte und wie hoch die angemessene Summe sein soll.

Wie viel Trinkgeld für Coiffeure oder Handwerker?

Das Trinkgeld für Coiffeure ist eigentlich 1982 abgeschafft worden. Doch viele Kunden wollen sich trotzdem damit für einen gelungenen Haarschnitt bedanken. Auch hier gibt es keine verbindlichen Regeln, in welcher Höhe dies angemessen ist. Viele Kunden runden eine Rechnung auf, wenn der Betrag beispielsweise CHF 38.50 beträgt, ist eine Gesamtzahlung von CHF 40.- durchaus gerecht und im Rahmen. Aber auch hier entscheidet der Kunde, ob der Service so gut war, dass er Trinkgeld zahlen möchte.

Auch Handwerker haben in der Schweiz kein wirkliches Anrecht auf Trinkgeld. Jedoch freut sich sicherlich jeder Schreiner, Maler & Co. darüber, wenn seine Arbeit Anerkennung findet und mit einem kleinen Extra vergütet wird. Und dies ist durchaus angebracht, wenn sauber und ordentlich gearbeitet wurde. CHF 5.- sind bei kleineren und mittleren Arbeiten in Ordnung. Bei grösseren Ausführungen von einem vollen Tag und länger sind CHF 10.- bis 20.- etwa im Rahmen. Aber auch eine feine Schokolade oder unter Umständen eine schöne Flasche Wein können gut ankommen.

Tipp: Trinkgeld persönlich geben und bar zahlen

Wer mit Trinkgeld etwas Gutes tun will, sollte es bar zahlen und möglichst persönlich übergeben. Beim elektronischen Bezahlen können Gebühren entstehen, die den Trinkgeldbetrag schmälern und leider gibt es Chefs, die bei Kartenzahlung das Trinkgeld einbehalten und nicht an die Mitarbeiter weiter geben.

Autor: Bianca Sellnow

Autor: Bianca Sellnow

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