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24. Juni 2014, Familie & Ich

Ihre Fluggastrechte bei Verspätung, Flugausfall oder Gepäckverlust

Fluggastrechte: Was bei Verspätung, Ausfall und Gepäckverlust gilt Bei Flugverspätung, Flugausfall oder Gepäckverlust können Passagiere laut Fluggastrecht unter Umständen einen Anspruch auf Entschädigung haben. Foto: michaeljung / iStock / Thinkstock

Durch die wachsende Zahl günstiger Flugtickets steigen inzwischen viele öfter mal in den Flieger statt ins Auto oder den Zug. Doch bei den meist engen Zeitplänen der Airlines geht auch hin und wieder einmal etwas schief. Deshalb sollten Sie wissen, welche Fluggastrechte Sie bei einer Verspätung oder einem Flugausfall haben und was bei Gepäckverlust gilt.

Die Schweiz hat am 1. Dezember 2006 zusätzlich zum bereits bestehenden nationalen Fluggastrecht auch die Passagierrechte der Europäischen Kommission (EU) eingeführt. Damit wurden die Fluggastrechte gestärkt und pflichtgemässe Entschädigungen, wie etwa bei Flugausfall, festgelegt.

Fluggastrechte bei Ausfall wegen Überbuchung

So besteht bei bestimmten Voraussetzungen laut Fluggastrecht ein Anspruch auf Entschädigung und Unterstützung durch die Fluggesellschaft. Dies gilt, wenn wegen Überbuchung ein Flug nicht in Anspruch genommen werden kann, ein Flugausfall vorliegt oder eine grosse Flugverspätung eingetreten ist. Um Ihre Rechte in solchen Fällen wahrnehmen zu können, besagen die Fluggastrechte jedoch, dass Passagiere sich rechtzeitig zum Check-in begeben haben müssen.

Kommt es dann zu einem der genannten Probleme, sollten Fluggäste sich an einen Vertreter der zuständigen Fluggesellschaft wenden und um Unterstützung bitten. Wenn dies nicht zu Ihrer Zufriedenheit verläuft, können Sie sich, zumindest bei einem Flug der innerhalb der EU oder Schweiz startet, zusätzlich an die entsprechende nationale Aufsichtsbehörde wenden. Fliegen Sie von Ausserhalb in die EU oder Schweiz, mit einer Fluggesellschaft, die auch aus der EU oder Schweiz stammt, müssen Sie sich an die Luftfahrtbehörde des Staates wenden, in dem das Flugzeug landet (Anschriften finden Sie unter bazl.admin.ch.)

Finanzielle Entschädigungen laut Passagierrecht bei Überbuchung

Bei einem Flugausfall wegen Überbuchung muss die Fluggesellschaft laut Passagierrecht zuerst prüfen, ob die betroffenen Passagiere damit einverstanden sind, die gebuchten Plätze gegen eine Entschädigungen einzutauschen. Dabei besteht für die Passagiere ein Wahlrecht zwischen der Erstattung des Ticketpreises und unter Umständen ein kostenloser Flugtransfer zum Abflughafen, eine alternative Beförderung zum Zielort oder die Zahlung einer Entschädigung, die mit dem Passagier ausgehandelt wird.

Bevor Sie auf eines der Angebote einer Airline eingehen, beachten Sie, welchen Anspruch auf Entschädigung Sie laut Passagierrecht grundsätzlich bei Flugausfall wegen Überbuchung haben:

Zudem schreiben die Passagierrechte vor, dass die Fluggesellschaft Sie mit Verpflegung versorgen und bei Bedarf eine Hotelunterkunft zur Verfügung stellen muss.

Fluggastrechte bei Flugausfall

Die gleichen Entschädigungen, wie bei Überbuchung, stehen den Passagieren auch zu, wenn ein Flug aus Gründen annulliert wird, die im Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft liegen. Sind Ausfälle auf höhere Gewalt zurückzuführen, wie etwa starke Unwetter oder Aschewolken durch einen Vulkanausbruch, besteht kein grundsätzliches Recht auf Entschädigung.

Passagierrecht bei Flugverspätungen

Je nach Flug, müssen die Passagiere ab zwei Stunden Verspätung mit Mahlzeiten, Getränken, Telekommunikation und unter Umständen mit Unterkünften versorgt werden. Im Detail besteht dieser Anspruch bei Flügen von über 1.500 Kilometern bei einer Verspätung von zwei Stunden und mehr.

Auch muss man entschädigt werden bei einer Entfernung von weniger als 1.500 Kilometern innerhalb der EU und anderen Flügen von 1.500 bis 3.500 Kilometern ab drei Stunden Verspätung, sowie ab vier Stunden bei Flügen über 3.500 Kilometern ausserhalb der EU.

Beträgt eine Flugverspätung gar fünf Stunden und mehr, kann der Passagier vom Flug zurücktreten, den Ticketpreis zurückverlangen und unter Umständen einen kostenlosen Rückflug verlangen.

Entschädigung bei Gepäckverlust

Bei Beschädigung des Reisegepäcks können, je nach Schaden, bis zu € 1000 -1200 (etwa CHF 1200 - 1500) verlangt werden. Bei Gepäckverlust ungefähr genau so viel. In beiden Fällen muss dies innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden.

Auch bei verspäteter Ankunft des Gepäcks gilt eine mögliche Entschädigung bis zu etwa der gleichen Höhe. Dies muss bis spätestens 21 Tage danach gemeldet werden. In allen Fällen sollten Sie sich noch vor Ort an einen Vertreter der Fluggesellschaft wenden und die Sachlage melden. Bei Streitfällen hilft der Ombudsman der Schweizer Reisebranche, der über das geltende Reiserecht informiert.

Autor: Bianca Sellnow

Autor: Bianca Sellnow

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